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Internationale Beerdigungen

Hinduistische Bestattung

Der Tod

Der Tod ist für die Hindus kein plötzliches und unerwartetes Ereignis, sondern ein Vorgang der Transformation vor der nächsten Reinkarnation. Der Sterbende muß den Tod annehmen und darf sich nicht dagegen sträuben. Zudem muß er auf den Tod vorbereitet sein. Der Sterbende soll zum Zeitpunkt des Sterbens möglichst positive Gedanken haben, um die Form seiner Wiedergeburt zu beeinflussen. Nach Möglichkeit ziehen sich Sterbende zurück, denken über ihr vergangenes Leben nach, führen Rituale zu Ehren der Gottheiten durch und besinnen sich damit auf die religiösen Grundlagen des Seins.

Die Bestattung

Da der Hinduismus keine einheitliche Religion ist, gibt es auch keine entsprechend festgelegten, für alle Hindus gültigen Bestattungsregeln. Je nach Tradition und Kaste gibt es unterschiedliche Rituale der Bestattung.

Die Wiedergeburt

Nach dem Tod verläßt der Atman den menschlichen Körper und inkarniert in einer neuen Existenzform, die verschiedenste Formen haben kann: als Pflanze, Tier, Mensch oder auch als Gottheit, denn auch die Götter unterliegen dem Kreislauf der Wiedergeburt. Das Leben als Mensch wird im Allgemeinen als beste Existenzform betrachtet, da hier am ehesten die Möglichkeit besteht, Befreiung (Moksha) aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) zu erreichen.

Hintergrund der rituellen Verbrennung

An den Verstorbenen erinnert kein Grabstein. Er wird verbrannt und tritt den Weg zum Ahnenhimmel an. Seine Seele muß unbedingt rituell begleitet werden.

Wenn die Seele des Toten auf dem Weg zum Ahnenhimmel nicht entsprechend rituell begleitet und von ihrem Totendasein befreit wird, besteht die Gefahr, so fürchten die Hindus, daß der Verstorbene als rastlose Seele (Preta), als Geist, zurückkommt und der Familie Schaden zufügt.

Die Angehörigen von Verstorbenen gelten für eine nach dem Tod festgelegte Zeit als unrein. Während dieser Zeit müssen sie ihre sozialen Kontakte einschränken und die vorgeschriebenen Totenrituale durchführen.

Ausnahmen von der rituellen Verbrennung

Ausgenommen von der rituellen Verbrennung sind Heilige, Mönche (Sadhu) und Kinder.

Kinder werden beerdigt und nicht verbrannt. Kinder bis zum zweiten Lebensjahr werden immer beerdigt. Über das zweite Lebensjahr hinaus werden Kinder bis zum zwölften Lebensjahr je nach Tradition der Familien entweder verbrannt oder beerdigt.

Antyesti – Die rituelle Verbrennungszeremonie

Nachdem der Tod eingetreten ist, wird der Verstorbene von der Familie einer rituellen Reinigung (Waschung) unterzogen. Der Körper wird gebadet, mit Ghee (Butterschmalz) eingerieben und erhält frische Kleidung. In manchen Traditionen wird der Leichnam in Tücher gewickelt wobei die Tücher für Frauen meist rot sind. Schmucklos müssen die Tücher oder die Kleidung sein, damit die Seele des Toten nicht abgelenkt wird. Alle Anwesenden tragen während des gesamten Begräbnisses weiße Kleidung.

Noch am Todestag wird der Leichnam, mit den Füßen voran, in einer Prozession unter Mitnahme des Hausfeuers zu einem speziell dafür vorgesehenen Verbrennungsplatz gebracht. Diese Plätze liegen meist an einem Fluß, am besten am Ganges, dem heiligen Fluß Indiens. Dort wird der Leichnam traditionell von den Angehörigen mehrmals um den Holzstoß getragen und dann auf diesem aufgebahrt.

Weder bei der Prozession noch bei der Verbrennung soll geweint werden. Erst zu Haus darf man seinen Gefühlen freien Lauf lassen. Deshalb sind Frauen und Kinder oft von dieser Zeremonie ausgeschlossen und traditionell nehmen hauptsächlich Männer an der Bestattung teil.

Sie umkreisen den am Verbrennungsplatz aufgebahrten Leichnam nacheinander. Dabei werden Hymnen gesungen und die Frauen bieten dem Verstorbenen Reis als letzte Mahlzeit an.

Die Angehörigen und spirituelle Lehrer oder Priester führen Opfer- und verschiedene andere Rituale durch. Diese Zeremonie kann bis zu zwei Tage dauern. Die Hindus opfern ihren Toten auch Speisen, da sie davon überzeugt sind, daß dies dem Geist, der sich auf Wanderschaft begibt, Kraft verleiht.

Hindus glauben an einen Kreislauf des Lebens, der aus Wiedergeburten besteht. Dabei beeinflussen die Verdienste im vorherigen Leben die Wiedergeburt des Selbst des Verstorbenen. Dabei versuchen auch die Priester, Einfluß auf die Wiedergeburt des Toten zu nehmen, indem sie ihm Mantras zusprechen. Danach erfolgt die Leichenverbrennung (Antyesti).

Bei der Verbrennung wird der Feuergott Agni angerufen, die Seele des Toten in den Ahnenhimmel zu begleiten. Das Feuerritual vollführt der älteste Sohn oder ein anderer enger männlicher Verwandter. Dieser umkreist den Holzstoß mehrmals, wobei er den gesegneten Tontopf mit Wasser trägt. Bei jedem Weg um den Holzstoß bohrt ein Angehöriger ein Loch in den Topf, damit das Wasser als Zeichen für das Verlassen des Lebens aus dem Topf fließt. Nach der dritten Umkreisung zerschmettert der Träger den Tontopf am Boden, um damit das Ende des Lebens zu symbolisieren. Dann zündet er mit abgewendetem Gesicht den Holzstoß an und verläßt den Verbrennungsort. Heute ist es jedoch auch möglich, der rituellen Verbrennung beizuwohnen.

Damit der Geist des Verstorbenen nicht am Körper des Verstorbenen haftenbleibt, muß der Körper vollständig verbrannt werden. Dabei sind heute auch Einäscherungen in Krematorien üblich. In diesem Fall werden jedoch weniger Rituale durchgeführt (meist nur eine kleinere Zeremonie mit oder ohne Darbringung von Opfergaben).

Eine besondere Bedeutung kommt dem Aufbrechen des Schädels bei der Verbrennung zu, da dies der Seele ermöglicht, den Körper zu verlassen. Danach ist sie bereit zur Wiedergeburt. In manchen Traditionen ist dies nicht üblich und in Krematorien nicht möglich.

Nach einem alten Glauben ist der Geist des Verstorbenen in den Tagen nach der Feuerbestattung noch anwesend und muß einige Zeit von den engsten Angehörigen rituell weiter mit Speisen versorgt werden, bis er im Reich der Ahnen angelangt ist.

Die Asche und Knochenreste der Toten werden schließlich einem Fluß oder einem anderen fließenden Gewässer übergeben, oft zusammen mit Blumen, Blumengirlanden oder Blumenkränzen. Der bedeutendste Fluß für eine Bestattung ist der Ganges, da er als heiliger Fluß verehrt wird. Die Asche kann aber auch an einer Pilgerstätte ausgestreut werden.

Nach der Bestattung

Nach der Bestattung gelten die Angehörigen eine Zeitlang als unrein, müssen soziale Kontakte meiden und sind auch vonVerpflichtungen wie dem Besuchen des Tempels befreit. Nach der Bestattungszeremonie waschen und baden sie. Auch das Haus wird anschließend gemeinsam gereinigt. In dieser Zeit bringen Nachbarn den Hinterbliebenen Speisen, um ihnen das Trauern zu erleichtern.

Einige Zeit nach der Bestattung findet ein gemeinschaftliches Mahl statt, bei dem das Lieblingsgericht des Verstorbenen gereicht wird und von dem ein Teil an einem verlassenen Ort zurückgelassen wird.

Shraddha – Gedenken der Toten

Spätestens einen Monat nach der Verbrennung wird das Shraddha-Ritual (Gedenkfeier für die Toten) durchgeführt. Während der Zeremonie wird für den Frieden des Toten gebetet. Die Söhne und die anderen männlichen Verwandten der Verstorbenen erwerben durch die Ahnenverehrung selbst Verdienste, die ihre eigene Wiedergeburt begünstigen.


Jüdische Beerdigung

Die Chewra Kadischa

Alles, was mit der Bestattung von Juden zu tun hat, ist Aufgabe der Chewra Kadischa, einer heiligen Bruderschaft, die alle Begräbnisregeln genau kennt. Es gibt eine eigene Chewra für Männer und für Frauen.

Die Beerdigung

Die Toten werden begraben, eine Kremation ist nicht erlaubt, denn „Erde bist du, und zur Erde kehrst du wieder zurück“. Die Gräber sollen nie aufgelöst werden, weil mit den sterblichen Überresten ein Aspekt der Seele bis ans Ende der Zeit am Grab verweilt. Deshalb ist für Juden ein eigener Friedhof wichtig.

Bräuche vor der Zeremonie

Ist der Tod (lewaja) eingetreten, werden die Augen des Toten geschlossen und ein Tuch wird um Kinn und Schläfen gebunden, damit der Mund geschlossen bleibt und der Tote würdig liegen kann.

Der Leichnam wird bis zur Bestattung nie allein gelassen. Dafür sind die Angehörigen von religiösen Pflichten befreit. Zudem essen sie kein Fleisch und trinken keinen Wein bis zum Begräbnis. Ebenso ist es Brauch, stehendes Wasser auszuleeren, da der Aberglaube besagt, daß der Todesengel sein Schwert im Wasser gespült hat. Außerdem werden alle Spiegel im Haus verhängt, um nicht zwei Tote (falls der Leichnam sich spiegelt) zu sehen und damit sich die Seele des Toten nicht im Spiegel verfängt. Diese Bräuche werden im progressiven Judentum jedoch nicht als verpflichtend betrachtet.

Die Zeremonie

Der Tote soll nicht "unsauber" der Erde zurückgegeben werden. Er wird von der Chewra Kadischa einer Totenwaschung (Tahara) unterzogen. Danach wird er in Totenkleider gehüllt, die aus einfachem Leinen genäht sind, und in einen einfachen Holzsarg gelegt. Der männliche Tote wird von dem Tallit (Gebetsmantel) bedeckt, den er zu Lebzeiten trug. Wenn möglich wird auch ein Säckchen mit Erde aus Israel unter den Kopf des Toten gelegt, um die Verbindung mit dem Heiligen Land symbolisch herzustellen.

Alle, die den Toten kannten, sind eingeladen, gemeinsam Abschied zu nehmen. In orthodoxen Gemeinden sind nur Männer anwesend. In progressiven Gemeinden nehmen auch Frauen an der Verabschiedung teil, sitzen aber getrennt. Sie dürfen dann auch am Friedhof in einiger Entfernung zum Grab stehen.

Am Friedhof reißen die Angehörigen ihre Kleider als Zeichen ihrer Trauer etwas ein. Heute ist das symbolisch meist eine Krawatte oder ein ans Kleid geheftetes Band. Die Abschiedsansprache, der Nachruf, wird vom Rabbiner oder vom Leiter der Beerdigung vorgetragen. Dann wird der Tote, mit den Füßen in Richtung des Heiligen Landes, ins Grab hinabgelassen und von jedem der Anwesenden mit drei Schaufeln Erde bedeckt – dies ist der letzte Liebesdienst, der ihm noch erwiesen werden kann. Nachdem das Grab vollständig zugeschüttet ist, spricht einer der Angehörigen das Abschiedsgebet (Kaddisch).

Der Grabhügel wird nicht mit Blumen oder Kränzen bedeckt. Im Laufe des Trauerjahrs wird ein Gedenkstein am Kopf des Grabes aufgestellt oder als Grabplatte darauf gelegt und in einer Feier enthüllt.

Nach Abschluß der Trauerfeierlichkeiten stellt sich die Trauergemeinde in zwei parallelen Reihen auf, durch die sich die engsten Angehörigen vom Grab entfernen. Dabei werden Trostworte ausgesprochen. Später wird im Haus der Hinterbliebenen ein Mahl gereicht, um sich zu stärken.

Bräuche nach der Zeremonie

Mit dem Tag der Beerdigung beginnen die sieben Tage der Trauer, während derer die Angehörigen zu Hause bleiben. Als Zeichen der Trauer sitzen sie auf Hockern und niedrigen Stühlen. Sich zu baden, die Haare zu schneiden oder sich zu rasieren, ist in dieser Zeit untersagt. Die Trauernden werden von Freunden besucht und betreut.

Es ist ein Brauch, das Grab erst nach 30 Tagen Trauerzeit zum ersten Mal wieder zu besuchen.

Jedes Mal, wenn jemand ein Grab besucht, ist es Sitte, einen Stein auf die Platte zu legen, um das Andenken des Verstorbenen zu ehren.


Islamische Bestattung

Der Tod

Wenn ein Muslim verstorben ist, sollte er innerhalb von 24 Stunden bestattet werden. Die Seele des Toten soll möglichst schnell zur Ruhe kommen. Dieses Gebot geht wohl auf die Zeit zurück, als die arabischen Völker als Hirten und Nomaden lebten und eine rasche Beerdigung aus hygienischen Gründen notwendig war.

Die Zeremonie

Zuerst wird der Leichnam gewaschen. Der Körper einer Frau wird von Frauen, der Körper eines Mannes von Männern gewaschen. Dabei muß der Intimbereich abgedeckt bleiben. Anschließend wird der Leichnam in weiße Tücher gewickelt und auf eine Bahre gelegt.

Der Imam spricht nach einem der fünf täglichen Gebete in der Moschee das Totengebet (türkisch „Cenaze namazi“), um für den Verstorbenen um Vergebung seiner Sünden zu bitten.

Der Leichnam wird mit den Füßen voran in Richtung Mekka gelegt und der Vorbeter stellt sich zum Kopf. Die Trauernden stehen seitlich, um den Blick des Toten nach Mekka nicht zu verstellen.

Danach wird der Leichnam auf der rechten Seite oder auf dem Rücken ins Grab gelegt, um dem Toten den Blick nach Mekka zu ermöglichen.

Frauen dürfen an der Zeremonie in der Moschee nicht teilnehmen; sie können vor der Zeremonie oder danach am Grab Abschied nehmen.

Vor allem in ländlichen Gebieten ist es Tradition, nach der Bestattung mit der Familie nach Hause zu gehen, um sie durch die schwere Zeit zu begleiten. Dabei wird aus dem Koran gelesen, gemeinsam gebetet und gegessen.

 


Hinduismus

Sanatana Dharma oder Hinduismus

Den meisten Hindus ist gar nicht bewusst, dass sie Hindus sind, denn der Ausdruck „Hinduismus“ wurde von den Europäern für die indische Religion erfunden, die es als solche eigentlich nicht gibt.

Die Inder selbst sprechen im Hinblick auf ihre Spiritualität lieber von der „ewigen Ordnung“. In Sanskrit heißt diese „Sanatana Dharma“. Damit ist eine allumfassende kosmische Ordnung gemeint, die alles Leben bestimmt.

Der Hinduismus kennt in diesem Sinn keine Glaubenswahrheiten, die gelehrt werden und an denen sich die Gläubigen orientieren könnten. Vielmehr geht es um das richtige Handeln.

Karma

Der Hinduismus setzt sich aus verschiedenen Religionsformen zusammen, die jedoch alle den Glauben an das „ewige Weltgesetz“, das Karma, gemeinsam haben. Nach diesem Weltgesetz besitzen alle Lebewesen schon seit Ewigkeiten existierende Seelen, die im Lauf der Zeit lediglich ihre materiellen Hüllen wechseln. Somit ist das Konzept des Karmas mit dem Glauben an die Seelenwanderung geknüpft.

Seele

Der meist mit "Seele" übersetzte Begriff „Atman“ ist das Selbst des Menschen, das unabhängig vom Individuum besteht und unveränderlich ist. Bei der Wiedergeburt inkarniert das Atman in einem neuen Lebewesen. Hindus glauben an eine ewige Seele, die mehrere irdische Existenzen durchläuft. Das Karma „haftet“ am Atman und bestimmt die Existenzform nach der Wiedergeburt – je nachdem, ob ein Mensch in seinem vorigen Leben überwiegend gute oder überwiegend schlechte Taten vollbracht hat. Demgemäß kann das Karma als Summe aller bisherigen Handlungen eines Menschen verstanden werden, die sich auf seine zukünftigen Existenzformen auswirken.

Hinduistische Bestattung

Der Tod

Der Tod ist für die Hindus kein plötzliches und unerwartetes Ereignis, sondern ein Vorgang der Transformation vor der nächsten Reinkarnation. Der Sterbende muss den Tod annehmen und darf sich nicht dagegen sträuben. Zudem muss er auf den Tod vorbereitet sein. Der Sterbende soll zum Zeitpunkt des Sterbens möglichst positive Gedanken haben, um die Form seiner Wiedergeburt zu beeinflussen. Nach Möglichkeit ziehen sich Sterbende zurück, denken über ihr vergangenes Leben nach, führen Rituale zu Ehren der Gottheiten durch und besinnen sich damit auf die religiösen Grundlagen des Seins.

Die Bestattung

Da der Hinduismus keine einheitliche Religion ist, gibt es auch keine entsprechend festgelegten, für alle Hindus gültigen Bestattungsregeln. Je nach Tradition und Kaste gibt es unterschiedliche Rituale der Bestattung.

Die Wiedergeburt

Nach dem Tod verlässt der Atman den menschlichen Körper und inkarniert in einer neuen Existenzform, die verschiedenste Formen haben kann: als Pflanze, Tier, Mensch oder auch als Gottheit, denn auch die Götter unterliegen dem Kreislauf der Wiedergeburt. Das Leben als Mensch wird im Allgemeinen als beste Existenzform betrachtet, da hier am ehesten die Möglichkeit besteht, Befreiung (Moksha) aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) zu erreichen.

Hintergrund der rituellen Verbrennung

An den Verstorbenen erinnert kein Grabstein. Er wird verbrannt und tritt den Weg zum Ahnenhimmel an. Seine Seele muss unbedingt rituell begleitet werden.

Wenn die Seele des Toten auf dem Weg zum Ahnenhimmel nicht entsprechend rituell begleitet und von ihrem Totendasein befreit wird, besteht die Gefahr, so fürchten die Hindus, dass der Verstorbene als rastlose Seele (Preta), als Geist, zurückkommt und der Familie Schaden zufügt.

Die Angehörigen von Verstorbenen gelten für eine nach dem Tod festgelegte Zeit als unrein. Während dieser Zeit müssen sie ihre sozialen Kontakte einschränken und die vorgeschriebenen Totenrituale durchführen.

Ausnahmen von der rituellen Verbrennung

Ausgenommen von der rituellen Verbrennung sind Heilige, Mönche (Sadhu) und Kinder.

Kinder werden beerdigt und nicht verbrannt. Kinder bis zum zweiten Lebensjahr werden immer beerdigt. Über das zweite Lebensjahr hinaus werden Kinder bis zum zwölften Lebensjahr je nach Tradition der Familien entweder verbrannt oder beerdigt.

Antyesti – Die rituelle Verbrennungszeremonie

Nachdem der Tod eingetreten ist, wird der Verstorbene von der Familie einer rituellen Reinigung (Waschung) unterzogen. Der Körper wird gebadet, mit Ghee (Butterschmalz) eingerieben und erhält frische Kleidung. In manchen Traditionen wird der Leichnam in Tücher gewickelt wobei die Tücher für Frauen meist rot sind. Schmucklos müssen die Tücher oder die Kleidung sein, damit die Seele des Toten nicht abgelenkt wird. Alle Anwesenden tragen während des gesamten Begräbnisses weiße Kleidung.

Noch am Todestag wird der Leichnam, mit den Füßen voran, in einer Prozession unter Mitnahme des Hausfeuers zu einem speziell dafür vorgesehenen Verbrennungsplatz gebracht. Diese Plätze liegen meist an einem Fluss, am besten am Ganges, dem heiligen Fluss Indiens. Dort wird der Leichnam traditionell von den Angehörigen mehrmals um den Holzstoß getragen und dann auf diesem aufgebahrt.

Weder bei der Prozession noch bei der Verbrennung soll geweint werden. Erst zu Haus darf man seinen Gefühlen freien Lauf lassen. Deshalb sind Frauen und Kinder oft von dieser Zeremonie ausgeschlossen und traditionell nehmen hauptsächlich Männer an der Bestattung teil.

Sie umkreisen den am Verbrennungsplatz aufgebahrten Leichnam nacheinander. Dabei werden Hymnen gesungen und die Frauen bieten dem Verstorbenen Reis als letzte Mahlzeit an.

Die Angehörigen und spirituelle Lehrer oder Priester führen Opfer- und verschiedene andere Rituale durch. Diese Zeremonie kann bis zu zwei Tage dauern. Die Hindus opfern ihren Toten auch Speisen, da sie davon überzeugt sind, dass dies dem Geist, der sich auf Wanderschaft begibt, Kraft verleiht.

Hindus glauben an einen Kreislauf des Lebens, der aus Wiedergeburten besteht. Dabei beeinflussen die Verdienste im vorherigen Leben die Wiedergeburt des Selbst des Verstorbenen. Dabei versuchen auch die Priester, Einfluss auf die Wiedergeburt des Toten zu nehmen, indem sie ihm Mantras zusprechen. Danach erfolgt die Leichenverbrennung (Antyesti).

Bei der Verbrennung wird der Feuergott Agni angerufen, die Seele des Toten in den Ahnenhimmel zu begleiten. Das Feuerritual vollführt der älteste Sohn oder ein anderer enger männlicher Verwandter. Dieser umkreist den Holzstoß mehrmals, wobei er den gesegneten Tontopf mit Wasser trägt. Bei jedem Weg um den Holzstoß bohrt ein Angehöriger ein Loch in den Topf, sodass das Wasser als Zeichen für das Verlassen des Lebens aus dem Topf fließt. Nach der dritten Umkreisung zerschmettert der Träger den Tontopf am Boden, um damit das Ende des Lebens zu symbolisieren. Dann zündet er mit abgewendetem Gesicht den Holzstoß an und verlässt den Verbrennungsort. Heute ist es jedoch auch möglich, der rituellen Verbrennung beizuwohnen.

Damit der Geist des Verstorbenen nicht am Körper des Verstorbenen haften bleibt, muss der Körper vollständig verbrannt werden. Dabei sind heute auch Einäscherungen in Krematorien üblich. In diesem Fall werden jedoch weniger Rituale durchgeführt (meist nur eine kleinere Zeremonie mit oder ohne Darbringung von Opfergaben).

Eine besondere Bedeutung kommt dem Aufbrechen des Schädels bei der Verbrennung zu, da dies der Seele ermöglicht, den Körper zu verlassen. Danach ist sie bereit zur Wiedergeburt. In manchen Traditionen ist dies nicht üblich und in Krematorien nicht möglich.

Nach einem alten Glauben ist der Geist des Verstorbenen in den Tagen nach der Feuerbestattung noch anwesend und muss einige Zeit von den engsten Angehörigen rituell weiter mit Speisen versorgt werden, bis er im Reich der Ahnen angelangt ist.

Die Asche und Knochenreste der Toten werden schließlich einem Fluss oder einem anderen fließenden Gewässer übergeben, oft zusammen mit Blumen, Blumengirlanden oder Blumenkränzen. Der bedeutendste Fluss für eine Bestattung ist der Ganges, da er als heiliger Fluss verehrt wird. Die Asche kann aber auch an einer Pilgerstätte ausgestreut werden.

Nach der Bestattung

Nach der Bestattung gelten die Angehörigen eine Zeit lang als unrein, müssen soziale Kontakte meiden und sind auch von Verpflichtungen wie dem Besuchen des Tempels befreit. Nach der Bestattungszeremonie waschen und baden sie. Auch das Haus wird anschließend gemeinsam gereinigt. In dieser Zeit bringen Nachbarn den Hinterbliebenen Speisen, um ihnen das Trauern zu erleichtern.

Einige Zeit nach der Bestattung findet ein gemeinschaftliches Mahl statt, bei dem das Lieblingsgericht des Verstorbenen gereicht wird und von dem ein Teil an einem verlassenen Ort zurückgelassen wird.

Shraddha – Gedenken der Toten

Spätestens einen Monat nach der Verbrennung wird das Shraddha-Ritual (Gedenkfeier für die Toten) durchgeführt. Während der Zeremonie wird für den Frieden des Toten gebetet. Die Söhne und die anderen männlichen Verwandten der Verstorbenen erwerben durch die Ahnenverehrung selbst Verdienste, die ihre eigene Wiedergeburt begünstigen.