Der Tod

Wenn ein Muslim verstorben ist, sollte er innerhalb von 24 Stunden bestattet werden. Die Seele des Toten soll möglichst schnell zur Ruhe kommen. Dieses Gebot geht wohl auf die Zeit zurück, als die arabischen Völker als Hirten und Nomaden lebten und eine rasche Beerdigung aus hygienischen Gründen notwendig war.

Die Zeremonie

Zuerst wird der Leichnam gewaschen. Der Körper einer Frau wird von Frauen, der Körper eines Mannes von Männern gewaschen. Dabei muss der Intimbereich abgedeckt bleiben. Anschließend wird der Leichnam in weiße Tücher gewickelt und auf eine Bahre gelegt.

Der Imam spricht nach einem der fünf täglichen Gebete in der Moschee das Totengebet (türkisch „Cenaze namazi“), um für den Verstorbenen um Vergebung seiner Sünden zu bitten.

Der Leichnam wird mit den Füßen voran in Richtung Mekka gelegt und der Vorbeter stellt sich zum Kopf. Die Trauernden stehen seitlich, um den Blick des Toten nach Mekka nicht zu verstellen.

Danach wird der Leichnam auf der rechten Seite oder auf dem Rücken ins Grab gelegt, um dem Toten den Blick nach Mekka zu ermöglichen.

Frauen dürfen an der Zeremonie in der Moschee nicht teilnehmen; sie können vor der Zeremonie oder danach am Grab Abschied nehmen.

Vor allem in ländlichen Gebieten ist es Tradition, nach der Bestattung mit der Familie nach Hause zu gehen, um sie durch die schwere Zeit zu begleiten. Dabei wird aus dem Koran gelesen, gemeinsam gebetet und gegessen.

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